Reflections



In den Arbeiten „Reflections“, Öl/ Lw, 60 x 80 cm, bzw. Aquarell und Collage, 40 x 60 cm, 2016 wird der Wahrnehmungsvorgang thematisiert; der Zusammenhang von Ganzheit und deren Teile, von Deutlichkeit und Unklarheit, einiges wird genau betrachtet und dargestellt, anderes verschwimmt. Die Natur vermittelt sich nur noch indirekt, durch Spiegelung und wie hinter Glas meist im künstlichen Licht. Die besondere Chance der Malerei besteht darin, die der Fotografie entlehnten Realitätsbrüche bzw. -fragmente subjektiv aufzunehmen, in eine scheinbar logische Struktur/Architektur zusammenzufügen und damit auch in Hinblick auf die Flüchtigkeit des Wahrgenommenen zu gewichten.

Menschenbilder



Bei den „Menschenbildern“, z.B.: „Holbeinstrasse“, Acryl/Lw, 60 x 80 cm, 2016, und „im roten Mantel“, Acryl/Lw, 40 x 80 cm, 2015, gehen über die biografische/narrative  Dimension hinaus, basieren auf der Grundlage dokumentarischer Erfassung durch Fotografie, werden aber malerisch neu interpretiert. Emotionale Dichte wird durch die Zartheit und Transparenz von Linien und und Farbigkeit, diffuse Räumlichkeit, auch fallende Achsen erzeugt. Bei den Porträtdarstellungen, z.B. „Madrid“, 2015,  wird in einem linearen Malstil wieder der Prozess des Schauens thematisiert. Beobachten und Beobachtet-Werden mit der Linse der Kamera und des Auges stehen im Zentrum des Interesses, wobei das eigentliche Motiv unsichtbar bleibt.     

Song of Nature


Foto mit Graffiti 60 x 80 cm
In der Serie `A Song of Nature` scheint sich die wahrgenommene Natur aufzulösen, sie entzieht sich dem Betrachter., trotz der Darstellungsform des Fotos. Sie wird ersetzt, zumindest ergänzt, durch schematische Schablonen als Graffiti, die als abstrahierte, künstliche Zeichen für Natur stehen und uns so häufig begegnen, dass ein Vertauschen durchaus möglich scheint.

Abstraktionen




Bei den Bildern „Abstraktionen I-III“, Mischtechnik/Lw, 140 x 1 m und 1 x 1 m, 2016, 
geht es um die bewusste Vermeidung inhaltlicher Zuordnung. Die Bilder können als Reflexionen eines inneren Geschehens verstanden werden. Die Arbeiten werden weniger vom äußeren Wahrnehmungseindruck als vielmehr von atmosphärischen Schwingungen bestimmt, die den jeweiligen Farbräumen zugeordnet sind. Tiefenwirkung entsteht durch Schichtung und Transparenz der Farben und Formen.

Naturprozesse



In den „Naturprozessen“, Acryl und Tusche/Lw, 1 x 1,40 cm, 2017 sehen wir großformatige Gewächse in unüberschaubaren Räumen, die wie Chiffren für das Werden und Vergehen stehen. Die Bildsprache zwischen Malerei und Zeichnung erlaubt das fragile Gleichgewicht zwischen Überwuchern und Verdrängt-Werden zu visualisieren und besitzt die Selbstverständlichkeit einer Naturerscheinung.  

Natur in Tusche



In den Arbeiten „Natur in Tusche“, Tusche und Aquarell auf Papier, unterschiedliche Größen, 2016 und 2017, entsteht die Reduktion durch das Spiel von schwarzen und weißen Flächen und filigranen Linien. Es entwickelt sich eine Spannung zwischen Fremdheit und Erkennen. Das Rhythmische der Linien korrespondiert mit den dynamischen Vorgängen in der Natur.

CutOut



Die Eindeutigkeit, die die Darstellungsform des Cut Outs vermeintlich verheißt, bleibt unerfüllt.
Der Bezug von Mensch zur Natur findet keine eindeutige Klärung.

Angeregt durch die Orangerie in Kamp-Lintfort entstanden die Bilder der Serie.
Beispiele aus Düsseldorf, Madrid, Köln und Wuppertal bilden die Ausgangsmotive, wobei Elemente der Architektur unverändert aus der Realität übernommen werden.
Es geht um die Schwelle zwischen Innen und Außen und um die Faszination des Raumes, um das Zusammenspiel von Farben und Motiven, um Spiegelungen und Irritationen, denn bei genauerer Betrachtung schwindet die vermeintliche Eindeutigkeit.

Glashäuser

Biografie

Ingrid Schreiber-Schatz

geboren in Köln

Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys und Gerhard Richter

Abschluss Staatsexamen

Studium der Kunstgeschichte, Pädagogik und Philosophie

Lehrtätigkeit und

freie künstlerische Tätigkeit

Ausstellungen 2016:

Januar - Atelier Juliane Talkenberg/Moers, Augenblick mal
Juni - Atelier Oberkassel, Licht und Schatten
September - Kunstpunkte Düsseldorf
November - Verkehrs-und Verschönerungsverein Düsseldorf, Momente der Natur 
mit Christa Kunz und Friederike Weske

2018

Kunst aus Meerbusch
Gruppenausstellung vom 27. Mai - 3. Juni 2018 in der Teloy-Mühle,
Kemperallee 10, Meerbusch-Lank, Vernissage am 27. Mai um 11.30 Uhr
Aussichten - Einsichten
 Kunstausstellung mit Juliane Talkenberg vom 15. Juli -12. August 2018
in der Orangerie des Terrassengartens am Kloster Kamp, Kamp-Lintfort,
Vernissage am 15. Juli um 11.30 Uhr.

Mitglied im nGbK (neue Gesellschaft für bildende Kunst), Berlin.

«Wer nicht denken will, fliegt raus.»

Joseph Beuys